Drei typische Fehler, die Redner in der Redevorbereitung machen

Es gibt unzählige Gründe, warum Redner mit ihren Vorträgen gegen die Wand fahren. Manchmal ist ihr Auftritt einfach nur lausig. Der Redner starrt während des gesamten Vortrags auf den Boden und spricht mit leiser und zittriger Stimme.

 

Viel häufiger werden die Fehler jedoch bereits während der Redevorbereitung gemacht.

 

Die folgenden drei Fehler sind mir bei Vorträgen häufig begegnet und sollten unbedingt vermieden werden.

1. Fehlende Abstimmung auf das Publikum

Der vielleicht häufigste Fehler ist eine unzureichende Abstimmung des Redeinhalts auf die Interessen und Bedürfnisse des Publikums. Als Redner müssen wir uns immer wieder bewusst machen, dass Menschen zu unseren Vorträgen kommen, weil sie sich davon einen Nutzen versprechen.

 

Wenn du als Wissenschaftler einen interessanten, aber auch komplexen Vortrag vor Kollegen aus deinem Fachbereich hältst, triffst du wahrscheinlich genau in Schwarze. Denn deine Kollegen haben einen ähnlichen Kenntnisstand wie du und können die Informationen gut verarbeiten.
 
Eine Schulklasse hättest du mit demselben Vortrag nach wenigen Minuten in den Tiefschlaf befördert. Damit du dein Publikum nicht enttäuscht, solltest du dir während der Redevorbereitung die folgenden Fragen stellen:

 

  • Wie viel Vorwissen hat mein Publikum bereits in meinem Vortragsthema?
  • Warum sind meine Informationen für das Publikum bedeutsam?
  • Wie aufgeschlossen ist es gegenüber dem Thema?
  • Nimmt es freiwillig an der Veranstaltung teil?

 

Wenn du diese Fragen sorgfältig beantwortest, hast du eine solide Grundlage für einen Vortrag geschaffen, der das Publikum wirklich interessiert.

2. Zu viel wollen

Ich habe selten einen Vortrag erlebt, der zu kurz war. Viel häufiger habe ich Präsentationen erlebt, die das Publikum mit zu vielen Informationen überfordert haben.

 

Eine amerikanische Studie hat herausgefunden, dass unsere Aufmerksamkeitsspanne vom Jahr 2000 bis 2013 von durchschnittlich zwölf auf acht Sekunden gesunken ist. Schuld ist die permanente Ablenkung durch Smartphones. Eine andere spannende Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich Menschen nur fünf Minuten hundertprozentig auf eine Rede konzentrieren können.
 
Außerdem können sich Zuhörer im Schnitt nur zwei Punkte einer Präsentation merken – man sollte die Erwartungen an die Aufnahmefähigkeit also nicht zu hoch setzen.

 

Wenn ein Vortrag langweilig ist, besteht heutzutage für den Zuhörer ein starker Drang, die neuesten News auf dem Smartphone zu checken. Deshalb ist es wichtiger denn je, das Publikum von Anfang an mit einer Rede in den Bann zu ziehen. Ein gutes Mittel sind spannende Geschichten. Erfahre in diesem Beitrag, wie du das Publikum mit Storytelling fesseln kannst.

 

Für den Informationsgehalt deiner Rede gilt also: Weniger ist oft mehr! Überlege dir ansprechende Anekdoten und rhetorische Mittel, damit sich das Publikum deine wichtigsten Botschaften merkt.

3. Unklare Kernbotschaft

Hast du dir im Anschluss an eine Rede jemals die Frage gestellt: „Was zum Teufel war eigentlich das Thema?“ Vorträge, deren Thema man nicht erkennt, mangelt es häufig an einem roten Faden oder einer klaren Kernbotschaft. Oftmals geht beides Hand in Hand.

 

Redner machen sich häufig keine Gedanken darüber, was die Kernbotschaft Ihrer Rede ist. Die Kernbotschaft ist der thematische Fixpunkt, um den sich alles in einer Rede dreht. Wenn du zum Beispiel mit deiner Rede erreichen willst, dass der Schutz der Honigbienen verbessert wird, könnte deine Kernbotschaft lauten:

 

„Bienen sind für unser Ökosystem unverzichtbar und müssen dringend geschützt werden.“

 

Diesen Punkt platzierst du in unterschiedlichen Varianten mehrmals in deiner Rede, damit er sich im Langzeitgedächtnis deiner Zuhörer verankert. Die Kernbotschaft sollte sich immer in einem Satz formulieren lassen. Wenn du mehr als einen Satz brauchst, ist dir die Essenz deiner Rede wahrscheinlich noch nicht klar. Oder du willst zu viel. Was uns wieder zu Punkt zwei dieses Beitrags führen würde.

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