Rede halten: Tipps für den Gebrauch deiner Stimme

Die Stimme gehört zu den wirkungsvollsten Instrumenten der Rhetorik. Durch einen geschickten Gebrauch deiner Stimme kannst du deine Botschaften verstärken und den Unterhaltungswert deiner Rede enorm steigern.
 
Du hast mehrere Möglichkeiten, um mit deiner Stimme Abwechslung in deine Rede zu bringen.

a) Sprechgeschwindigkeit

Die meisten Redner sprechen viel zu schnell. Wenn ein Redner glaubt, er spräche übertrieben langsam, spricht er meist genau in dem richtigen Tempo.
 
Zu schnelles Sprechen ist abträglicher als zu langsames Sprechen, da du die Aufmerksamkeit der Zuhörer sofort verlierst. Außerdem kann deine Stimme bei zu schnellem Sprechen schrill klingen. Ohnehin habe ich selten erlebt, dass ein Redner zu langsam gesprochen hat – eher zu monoton oder leise.
 
Wenn du in moderatem Tempo sprichst, hat deine Stimme mehr Kraft und Autorität.
Je wichtiger etwas ist, desto langsamer solltest du es aussprechen. Um die Dramatik deines Vortrags zu erhöhen, kannst du spannende Geschehnisse sogar im Zeitlupentempo vortragen. Wie diese Technik genau funktioniert, beschreibt der Rhetoriktrainer Matthias Pöhm in diesem Buch. Umgekehrt kannst du Aufregung und Humor vermitteln, wenn du plötzlich schneller sprichst.

b) Lautstärke

Das Publikum sollte dich überall ohne Mühe verstehen, auch in der hintersten Reihe.
Jetzt denkst du vielleicht: „Das ist doch selbstverständlich!“ Das stimmt – und dennoch wird diese einfache Regel häufig missachtet, auch von erfahrenen Rednern.
 
Wenn du in einem großen Raum sprichst, hat ein Mikrofon viele Vorteile. Du stellst damit eine gewisse Gleichberechtigung unter deinen Zuhörern her, da dich die letzte Reihe in ähnlicher Lautstärke wahrnimmt wie die erste. Vorausgesetzt, der Raum verfügt über eine leistungsfähige Soundanlage.
 
Deine Stimme sollte immer auf die letzte Reihe abzielen, da du so ganz automatisch auch die Aufmerksamkeit aller dazwischenliegenden Reihen bekommst.
 
Wenn dich deine Zuhörer überall verstehen, kannst du deine Lautstärke als Stilmittel einsetzen. Du kannst Spannung aufbauen, indem du plötzlich leiser und langsamer sprichst. Durch plötzliches lautes Sprechen erzeugst du Dramatik.
 
Wenn du geschickt mit der Lautstärke spielst, wird dir das Publikum an den Lippen kleben.

c) Tonhöhe

Du kannst beim Sprechen deine Tonhöhe modulieren, indem du mit hoher oder tiefer Stimme sprichst. Damit hilfst du deinen Zuhörern, deinen Inhalt zu entschlüsseln.
 
Beobachte doch mal, wie die Tonhöhe in unserem täglichen Sprachgebrauch Sinn stiftet.
Wenn Menschen eine Frage stellen, gehen Sie am Satzende mit der Stimme nach oben. Am Ende eines Aussagesatzes senken sie die Stimme. Allerdings habe ich häufiger Redner erlebt, die am Satzende nicht ihre Stimme senken und damit beim Publikum für große Verwirrung sorgen.
 
Ich hatte in der Schule eine Lehrerin, deren Tonhöhe war so monoton wie die Landschaft in Ostfriesland. Besonders montags beförderte mich ihre Stimme regelmäßig in einen Sekundenschlaf. Anderen Schülern ging es ähnlich…
 
Neben dem Stiften von Sinn dient eine abwechslungsreiche Tonhöhe der Unterhaltung. Wenn du immer in einer ähnlichen Tonlage sprichst, läufst du Gefahr, deine Zuhörer zu langweilen. Außerdem erweckst du den Eindruck, keine Lust zu haben und nicht wirklich hinter deinen Worten zu stehen. Der Rhetorikexperte Roman Braun sagt in diesem Buch, dass „nichts müder macht als ein stimmlich monotoner Vortrag.“
 
Es gibt einen ganz einfachen Weg, um Monotonie zu vermeiden: Spreche über Dinge, die dich bewegen. Stelle dir vor, du sprichst mit einem Freund über eine emotionales Thema – dann würdest du ganz automatisch deine Tonhöhe modulieren.
 
Stelle dir vor, zwei Italiener führen ein intensives Streitgespräch. Ziele auf eine ähnlich intensive Stimmführung ab, wenn du Dramatik in deinen Vortrag bringen willst.

Spezialtipp zum Schluss

Trinke vor deinem Auftritt lauwarmes Wasser, um eine optimale Stimme zu haben.
Durch zu kaltes Wasser können deine Stimmbänder kalt werden und deiner Stimme die Wärme entziehen. Bei Halsweh bewirkt laut Top-Speaker Brian Tracy heißes Wasser mit viel Honig und Zitrone Wunder. Er hat durch diesen Trick viele lange Seminare durchgeführt, obwohl er Halsschmerzen hatte. Weitere Infos dazu findest du in seinem Buch Speak to Win.

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