Sieben Tipps für den Redeeinstieg

Ein gelungener Redeeinstieg ist enorm wichtig. Wenn du den Einstieg verpatzt, kann dir die Aufmerksamkeit des Publikums entgleiten. Gemäß des Primäreffekts neigen Menschen dazu, sich den Anfang einer Rede besonders gut zu merken. Und sie bilden sich in den ersten 30-60 Sekunden eine Meinung vom Redner, die sie meist nicht mehr ändern.

Mit diesen sechs Tipps punktest du mit deinem Redeeinstieg und unterhältst dein Publikum von Anfang an.

1. Beginne nicht mit der Begrüßung des Publikums.

Eine Rede lebt vom Spannungsaufbau. Viele Redner steigen mit einer abgedroschenen Phrase zur Begrüßung des Publikums ein: „Liebe Zuhörer, es freut mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind.“
Das ist vorhersehbar und langweilig. Begrüße dein Publikum erst, nachdem du einen ersten Impuls gesetzt hast. Beginne mit einer Geschichte. Einem Zitat. Oder einer Frage. Anschließend, nach maximal zwei Minuten, begrüßt du das Publikum. Stell dir deinen Einstieg wie ein Sandwich vor – die Begrüßung kommt in der Mitte.

2. Beginne mit einer Frage.

Eine Frage ist ein mächtiges Werkzeug, um das Publikum für deinen Standpunkt zu gewinnen. Wer fragt, führt! Wenn du eine thematisch passende Frage stellst, baust du mit deinen Zuhörern eine Beziehung auf und „ziehst sie in deine Rede“. Nachdem du eine möglichst offene Frage gestellt hast, lässt du bis zu drei Personen aus dem Publikum antworten. Starte eine kleine Umfrage! Unterbreche sie höflich, wenn sie zu ausschweifend werden. Du kannst auch eine Frage stellen und das Publikum bitten, eine Minute still darüber nachzudenken. Ohne das Publikum zu befragen, setzt du deine Rede anschließend fort. Mit beiden Ansätzen erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, dass dein Publikum dir während deiner gesamten Rede zuhört.

3. Fange mit einem Zitat an.

Ein kluges Zitat verleiht deiner Rede Glaubwürdigkeit. Es eignet sich sowohl für den Redeeinstieg und als auch für das Ende. Achte darauf, dass die zitierte Person deinem Publikum bekannt ist und als Autorität wahrgenommen wird. Mit Dichtern und Denkern wie Goethe und Aristoteles fährst du immer gut. Dein Zitat sollte deine Zuhörer so bewegen, dass sie sich nach deiner Rede daran erinnern. In meinem Beitrag über Top-Speaker erfährst du, warum eine Zitate-Liste hilfreich ist.

4. Sei sprachlos, bevor du mit deiner Rede beginnst.

Nichts wird von Rednern so gefürchtet wie Sprachlosigkeit. Dabei kann bewusstes Schweigen bei deinen Zuhörern Emotionen wecken und deinen Auftritt beleben. Trete auf die Bühne und warte, bis das gesamte Publikum leise ist. Anstatt sofort mit deiner Rede zu beginnen, verharrst du etwa 30 Sekunden in Schweigen und hältst Blickkontakt mit dem Publikum. Dadurch erzeugst du Spannung. Es fragt sich: Hat er seinen Redetext vergessen? Worauf wartet er? Du erlöst das Publikum, indem du souverän in deine Rede einsteigst. Dieser Einstieg klingt gewagt, ist aber effektiv, um deine Zuhörer von Anfang an zu fesseln.

5. Beginne mit einer persönlichen Geschichte.

Kein anderes Mittel zieht dein Publikum so in den Bann wie eine persönliche Anekdote. Wenn du ein witziges oder spannendes Kapitel deines Lebens beleuchtest und damit das Redethema untermalst, fühlen sich deine Zuhörer bestens unterhalten. Und wahrscheinlich sammelst du als Redner Sympathiepunkte, da du als offen wahrgenommen wirst. Spare nicht mit rhetorischen Mitteln wie Metaphern – deine Geschichte sollte so anschaulich wie möglich sein. Als Top-Redner kommst du am Ende deiner Rede wieder auf die Geschichte zurück und spannst so einen weiten Bogen.

6. Starte mit einem Witz.

Humor ist der beste Freund des Redners. Wenn du dein Publikum am Anfang deiner Rede zum Lachen bringst, wird die Atmosphäre lockerer. Ein thematisch passender Witz ist ein exzellenter Einstieg. Wichtig ist dabei deine eigene Einstellung zum Witz – wenn du ihn aus tiefster Überzeugung lustig findest, überträgt sich dies auf dein Publikum und es wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit amüsieren.

7. Wenn du mutig bist, riskiere einen unkonventionellen Einstieg.

Ich bin in eine Rede eingestiegen, indem ich gesungen habe. Ein Freund hat sich zu Beginn seines Vortrags auf den Boden gesetzt und Gitarre gespielt. Das Publikum war in beiden Fällen begeistert. Ungewöhnliche oder humorvolle Redeeinstiege sind nicht für jeden Anlass geeignet. Doch wenn du Mut mitbringst und dein Publikum offen ist, haben „riskante“ Einstiege einen hohen Unterhaltungswert und bleiben lange im Gedächtnis.

Zusammengefasst

– Bedenke, dass sich das Publikum deinen Einstieg besonders gut merkt.
– Steige nicht direkt mit der Begrüßung des Publikums ein.
– Folgende Stilmittel eignen sich für den Einstieg:
o Frage
o Zitat
o persönliche Geschichte
o Humor
o Anekdote
o Gesang
o …und viele andere.
 
Mit welchen Redeeinstiegen hast du gute Erfahrungen gesammelt? Kommentare sind herzlich willkommen!
 
Foto: lizenzfrei von Pixabay

3 Gedanken zu „Sieben Tipps für den Redeeinstieg

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